Konzerte in historischen Räumlichkeiten erleben in den letzten Jahren eine Renaissance. Schlösser, Herrenhäuser und Burgen werden immer häufiger zum Schauplatz außergewöhnlicher Musikabende, die hochwertige Musik mit der einzigartigen Atmosphäre von Orten verbinden, die ihre eigene Geschichte haben. Gerade die Verbindung von Architektur, Geschichte und Musik schafft ein Erlebnis, das klassische Konzertsäle einfach nicht bieten können.
Für die Besucher ist es ein einzigartiger Abend. Für das Technikteam ist es eine der anspruchsvollsten Disziplinen der Veranstaltungsproduktion. In modernen Konzerthallen kann die Technik dominieren. In historischen Räumlichkeiten muss sie jedoch in den Hintergrund treten. Nicht, weil sie weniger wichtig wäre, sondern weil ihre Aufgabe darin besteht, die Musik zu unterstützen, die Architektur zu respektieren und die Atmosphäre des Ortes zur Geltung zu bringen. Genau mit dieser Philosophie ging Hurricane an die Sommerkonzertreihe auf dem Schloss Šimák in Pezinok heran. Als einziger technischer Partner haben wir während vierzehn Konzertabenden die komplette technische Produktion der Veranstaltung übernommen, bei der sich slowakische, tschechische und internationale Musiklegenden präsentierten.
Auf der Bühne traten nacheinander auf Fragile, Hex, Tublatanka, Pavol Hammel & Prúdy, Peter Bič Project, Peter Nagy & Indigo, Pražský výběr, Dalibor Janda & Prototyp, Marie Rottrová, David Koller, Billy Ocean, Kim Wilde, Holly Johnson und die Richard Bona Group
Wenn Technologie das Erlebnis bereichert:
Jedes Konzert war einzigartig. Jeder Künstler kam mit seinem eigenen Produktionsteam, seinen eigenen Anforderungen und seinem technischen Rider. Unsere Aufgabe bestand nicht nur darin, die Bühne aufzubauen und die Technik in Betrieb zu nehmen. Unsere Aufgabe bestand darin, ein Gleichgewicht zwischen den Erwartungen der Künstler, den technischen Anforderungen und dem einzigartigen Charakter des historischen Ortes zu finden. Gerade die Zusammenarbeit mit ausländischen Produktionsteams gehörte zu den größten Herausforderungen der gesamten Konzertreihe. Bei den ausländischen Künstlern haben wir die Lichtkonfigurationen gemäß ihren Produktions-Ridern angepasst, damit sie internationalen Standards entsprachen und gleichzeitig die Atmosphäre des Schlosses sensibel respektierten.
Unser Ziel war es nicht, eine spektakuläre technische Show auf die Beine zu stellen. Unser Ziel war es, dass die Technik die Musik, die Interpreten und den Raum selbst auf natürliche Weise unterstützt. Damit der Besucher das Konzert als ein harmonisches Ganzes wahrnimmt, in dem nichts störend wirkt und alles seinen Platz hat.
Jeder Interpret erschafft seine eigene Welt
Die technische Umsetzung ist niemals universell. Was für eine Band funktioniert, muss für eine andere nicht unbedingt auch funktionieren. Jeder Künstler hat seine eigenen Vorstellungen von Klang, Licht, der Anordnung der Technik oder dem Ablauf des Konzerts. Gerade die Fähigkeit, sich diesen Anforderungen anzupassen, ohne den Charakter des historischen Raums zu beeinträchtigen, war einer der größten Vorzüge der gesamten Umsetzung. Es geht nicht darum, zu sagen: „Das geht nicht.“ Es geht darum, Lösungen zu finden, die den Künstler, den Veranstalter und den Ort selbst respektieren.
Technologien, die den Raum respektieren
Dieser Ansatz spiegelte sich auch in der Auswahl der Technologien wider. Das Soundsystem basierte auf einem Meyer Sound LEOPARD Line-Array-System, ergänzt durch X2O-Lautsprecher als Frontfills. Wir legten Wert auf eine gleichmäßige Abdeckung des gesamten Zuschauerraums, einen natürlichen Klang und eine hohe Sprachverständlichkeit, damit jeder Besucher das Konzert genießen konnte, unabhängig davon, wo er saß. Die Lichtanlage bestand aus professionellen ROBE-Scheinwerfern, ergänzt durch OTOS-LED-Rotationsköpfe für den Außenbereich. Ihre Flexibilität ermöglichte es uns, auf die spezifischen Anforderungen der einzelnen Produktionen einzugehen und gleichzeitig die visuelle Klarheit der gesamten Bühne zu wahren.
Eine besondere Rolle bei der gesamten Umsetzung spielte unser neuer dem schwarzen Dachsystem MILOS. In einem historischen Umfeld ist die Überdachung nämlich nicht nur eine technische Konstruktion. Sie wird Teil des Gesamtbildes des Konzerts.Die schwarze Ausführung minimiert seine optische Dominanz, fügt sich natürlich in die abendliche Kulisse ein und lässt sowohl die Architektur des Schlosses als auch die Künstler selbst zur Geltung kommen. Genau unter diesem Dachsystem traten alle Stars der gesamten Konzertreihe auf.
Das Beste bleibt oft unsichtbar
Am Ende jedes Konzerts bleibt dem Publikum das Wichtigste: die Musik, die Emotionen und die Atmosphäre dieses außergewöhnlichen Ortes. Genau so soll es sein.
Wenn die Besucher eine Erinnerung an das Konzert mitnehmen und nicht an die Technik, dann hat die technische Produktion ihren Zweck erfüllt. Nicht, weil sie weniger wichtig wäre. Ganz im Gegenteil. Sie wurde so konzipiert, dass sie das Erlebnis perfekt unterstützt, ohne selbst in den Vordergrund zu treten. Das ist die Philosophie, nach der wir uns bei Hurricane bei jedem Projekt richten. Technologie ist nicht das Ziel. Sie ist ein Mittel, um unvergessliche Momente zu schaffen.
Denn nicht alle Stars stehen auf der Bühne.
Titelbild: Ein perfektes Mai-Konzert der Band HEX auf dem Schloss Šimák in Pezinok.
